Auf den Spuren des allgegenwärtigen Künstlers

Alfred Kubin – wer hat, zumindest hier im Innviertel, diesen Namen noch nicht gehört. Immerhin gibt es den Kubin-Saal in Schärding, den Kubin-Preis, unzählige Straßen mit seinem Namen, einen Wanderweg und vieles mehr. Beispielsweise eine Kubin-Galerie in Wernstein am Inn oder das Kubin-Haus in Zwickledt. Ein wenig versteckt zwar, aber gut beschildert. 

alfredkubin

Zu meiner Schande muss ich ja gestehen, dass ich, als Brunnenthaler, schon tausendmal daran vorbeigefahren bin aber eben noch nie wirklich dort war. Bis zu einem Dreh in dem verschlafenen Schlösschen, versteckt hinter Bauernhöfen. Doch vor dem Besuch im Schlössl, wie Kubin selbst es nannte, ging es in die Kubin-Galerie nach Wernstein. Dieses Haus war die ehemalige Ordination und Wohnhaus von Kubins Hausarzt Alois Beham, der selbst auch künstlerisch veranlagt war. Betrieben wird die Galerie heute vom Sohn des Arztes, der im übrigen den Totenschein von Alfred Kubin im Jahre 1959 ausgestellt hat, Peter Beham. Der ist mittlerweile selbst ein versierter Kenner des Lebens und der Arbeit des großen Alfred Kubin. 

Peter Beham, der Kubin als Kind noch miterlebt hatte, gab uns bei dem Dreh höchst interessante Einblicke in das Leben Alfred Kubins. 

Ein Zerrissener, ein Träumer, ein Lebenskünstler – über Kubin hört man viele Charakterisierungen, teils noch von Menschen, die ihn persönlich gekannt haben. Sowohl in der Galerie in Wernstein als auch im Schlössl kommt man dem Innviertler Ausnahmekünstler in vielerlei Hinsicht näher. Zum einem natürlich durch sein Werk. Auf der anderen Seite aber durch Brief, Zeichnungen seiner Vorbilder, Bücher mit Notizen aus seinem Besitz und natürlich durch die Einrichtung seines Hauses. Hier wird der Geist des Alfred Kubin lebendig, in seinem Atelier mit Blick auf den Garten spürt man förmlicher seine Präsenz und die Macht seiner Zeichnungen. 

Wir durften sogar einen Blick in den Vorratskeller unter der Küche werfen. Hier vebrachte Kubin, seine Frau und die Hausangestellten die letzten Tage des Krieges, als das Schlössl genau zwischen einem Scharmützel von einrückenden US-Soldaten und abziehenden Wehrmachtstruppen stand. 

Das und mehr über die Kunst von Alfred Kubin, sein Leben, seinen Tod und seine Hinterlassenschaft erfahren sie hier auf HT1.at.

Rainer Auer

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