Große Abschnittsübung mit rund 300 Beteiligten: Waldbrandbekämpfung mit Hubschrauberunterstützung in Andorf

FOTO: FF Andorf

Vielen ist sicher noch der große Waldbrand im Rax-Gebiet in Niederösterreich im vergangenen Herbst in Erinnerung, der damals tagelang die Medien dominierte. Auch wenn für das Innviertel die Waldbrandrisiko-Karte ein mäßiges Risiko für eine ähnliche Eskalation ausweist, so ist die Entstehung eines Waldbrandes auch in unseren Breiten alles andere als abwegig. Das zeigt einmal mehr, dass erst vor wenigen Tagen im Norden des Bezirkes Schärding, in Vichtenstein, die Ausdehnung eines 2.000m²-Wiesenbrandes auf einen Waldbrand gerade noch verhindert werden konnte.

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Grund genug jedenfalls für die Feuerwehr Andorf, sich mit einer Übung auch auf diese Gefahr vorzubereiten, zumal auch in Andorf etliche Dörfer von größeren Waldflächen umgeben sind. Bereits im Vorfeld war klar, dass – wie auch im Ernstfall – für eine derartige Übung viele Einsatzkräfte vonnöten sein würden, weshalb man daraus kurzerhand eine große Übung für alle 21 Feuerwehren des Feuerwehrabschnittes Raab machte. Zudem gelang es, für diese Waldbrandbekämpfungsübung auch Hubschrauberunterstützung zu bekommen, weshalb bereits zwei Wochen vor der eigentlichen Übung ein zusätzlicher Trainingstag eingelegt wurde. Bei diesem wurden – mit Unterstützung von erfahrenen Waldbrandbekämpfern und Flughelfern der Feuerwehr St. Agatha im Bezirk Gmunden – die notwendigen Handgriffe bei Einsätzen mit Hubschraubern besprochen und geübt.

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Am Morgen des 26. März 2022 war es dann soweit: Rund 300 Beteiligte – neben den zahlreichen Feuerwehrmännern und -frauen auch Einsatzkräfte von Rettung und Polizei sowie Verantwortliche des Landeskatastrophenschutzes, der Bezirksverwaltungsbehörde und der Gemeinde – waren in Andorf vor Ort, um sich in dieser – für das Innviertel bisher einzigartigen – Übung wertvolle Erfahrungen in der Bekämpfung eines großflächigen Waldbrandes anzueignen. Um diese möglichst realistisch zu gestalten, wurde überdies eine begrenzte Fläche von Spezialisten des Oö. Landes-Feuerwehrkommandos präpariert, um dort einen echten Flurbrand entstehen zu lassen.

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Die erste Herausforderung des Tages war die Einrichtung einer funktionierenden Einsatzleitstelle, um eine reibungslose Koordinierung aller beteiligten Einsatzkräfte und Behörden zu gewährleisten. Hier zum ersten Mal auch mit dabei die bei der Feuerwehr neu eingerichtete – von der FF St. Willibald gebildete – Einheit zur Einsatzführungsunterstützung (EFU), welche die Einsatzleitung vor Ort mit Material und Personal unterstützte. Die Einsatzleitung oblag dem Bezirks-Feuerwehrkommandanten Alfred Deschberger. Üntersützt wurde dieser auch von allen drei anwesendenden Abschnitts-Feuerwehrkommandanten sowie von Ausbildern der Oö. Landes-Feuerwehrschule, die samt deren Leiter Hubert Schaumberger anreisten.

Danach wurden die ersten eintreffenden Feuerwehren gleich damit beauftragt, mit dem Aufbau der Zubringerleitungen zu beginnen, da es sich im Übungsgebiet in den höher gelegenen Ortschaften Lichtegg und Haula um bekannt löschwasserarme Gegenden handelt. Als Löschwasserentnahmestellen dienten dabei der Pramfluss im Ortszentrum sowie ein Bach in der Nähe des Freilichtmuseums Brunnbauerhof, welche beide rund 1,5 Kilometer vom Einsatzgebiet entfernt waren, sodass für die Löschwasserförderung nicht nur die Steigung, sondern auch die Länge eine Herausforderung darstellte.

Am Ort des Geschehens waren die Übungsteilnehmer schließlich mit zwei Einsatzszenarien konfrontiert: Zum einen der reale Flurbrand und zum anderen der Brand in einem Waldstück in unwegsamem und steilem Gelände. Letzteres war der Grund dafür, dass schwereres Gerät und das Löschwasser mit Hubschrauberunterstützung zu den Einsatzkräften transportiert werden musste. Hier galt es, die beim Trainingstag erlernten Handgriffe, wie etwa die Vorbereitung der Lastennetze oder das Befüllen der Löschwasserbehälter des Hubschraubers, anzuwenden und zu üben.

Nicht weniger spannend war schließlich auch die Brandbekämpfung selbst, wenngleich sich diese im Ernstfall ungleich schwieriger gestalten wird, da hier mit tagelangem, schweißtreibendem Arbeiten zu rechnen ist. Aber auch bei dieser Großübung konnte erst nach gut sechs Stunden „Brand aus“ gegeben werden, weil man allen beteiligten Einsatzkräften die Möglichkeit geben wollte, an allen Stationen mitzuwirken. Ein wichtiger Punkt war daher auch die Versorgung der im Einsatz stehenden Männer und Frauen mit Essen und Getränken.

Etwa gegen Mittag wurde dann auch noch eine Lagebesprechung mit der behördlichen Einsatzleitung und der Feuerwehreinsatzleitung samt allen Abschnittsverantwortlichen durchgeführt, um die Situation zu evaluieren.

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Der Kommandant der Feuerwehr Andorf Christoph Schaschinger sowie Bezirks-Feuerwehrkommandant Alfred Deschberger und Abschnitts-Feuerwehrkommandant Norbert Haidinger zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf der Übung und dankten abschließend allen Beteiligten für die Mitwirkung bei dieser nicht alltäglichen Großübung.